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// Stefan Endres

Ein iframe („inline frame“, <iframe>) ist ein frühes HTML-Element („Sprache“ zur Strukturierung digitaler Dokumente, wie Texte mit Hyperlinks, Bildern und anderen Inhalten), das Web-Seiten-Dokumente (oder -Inhalte) referenziert und als selbstständige Dokumente in einem definierten Bereich des Browser-Fensters darstellt. Anfang der 2000er-Jahre wurde dieses Element zur Modularisierung und graphischen Gliederung einer Web-Seite verwendet – bald jedoch überwiegend um Inhalte oder Dienste anderer Anbieter (YouTube-Player, Spotify-Player, Google Maps, uvm.), sowie sämtliche Arten von Werbung einzubetten und folglich auch zu Hacking-Zwecken genutzt (z.B. „Clickjacking“). Ein iframe referenziert nun das Dokument auf dem es sich selbst befindet. Ein und die selbe Anfrage, an sich selbst, folgt der nächsten, gleichen. Die direkte Umgebung des Dokumentes (der Browser / Client) versucht das Vorgehen nach wenigen Iterationen zu limitieren, um eine endlose Rückkopplung der Datenübertragung („Feedback-Loop“) von der weiteren Umgebung des Dokumentes (Browser—Betriebssystem—Rechner/Gerät—Internetverbindung—Server) zu isolieren und deren Stabilität aufrechtzuerhalten.Diese Limitierung wird nun bewusst umgangen. Wie ein Radfahrer, der stürzt, da er sich beim Fahren selbst filmt, ein Pianist, der sich verspielt, weil er darüber nachdenkt was er gerade tut, oder ein Vortragender, der ins Stottern gerät, wenn er sich selbst zuhört, verliert sich dieses iframe in einem leeren Tunnel seiner eigens auferlegten Selbstreferenziertheit. Ohne jeglichen Bezug zu Raum und Zeit, ist die Funktionalität des Subjektes zu einem unbestimmten Zeitpunkt terminiert.

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